Traditionelles Handwerk

Beim Schieferspalten erliegen auch Kinder sofort der Faszination des "blauen Goldes".
Beim Schieferspalten erliegen auch Kinder sofort der Faszination des "blauen Goldes".
Viel Handarbeit ist nötig, um Pralinen zu solch verführerischen Meisterwerken zu gestalten.
Viel Handarbeit ist nötig, um Pralinen zu solch verführerischen Meisterwerken zu gestalten.

Bei einer Entdeckungsreise durch den Thüringer Wald, das Thüringer Schiefergebirge und den Frankenwald folgt man den Spuren unterschiedlichen Handwerks, das die Mentalität der Bevölkerung zum Teil über Jahrhunderte geprägt hat und auch heute noch sorgsam gepflegt wird. Zur besonderen Freude der Besucher: An so mancher traditionellen handwerklichen Tätigkeit kann man sich vor Ort selbst versuchen.

Gold jeglicher Couleur
Zwischen Stockheim im Frankenwald und dem thüringischen Neuhaus-Schierschnitz weist der bergbaukundliche Lehrpfad auf die mehrere Jahrhunderte alte Steinkohle-Tradition hin. Nahe Stockheim liegt ein Flöz des schwarzen Goldes sogar offen zu Tage. Das thüringische Lauscha unweit des Rennsteigs gilt als Wiege des lampengeblasenen Glases. Seit über 400 Jahren pflegt Lauscha diese Tradition und präsentiert das Handwerk im Museum für Glaskunst wie auch in zahlreichen Vorführwerkstätten. Ebenso mit dem Glas verbunden ist das fränkische Kleintettau, das im neuen Europäischen Flakonglasmuseum in die Glaskunst einführt. Unweit davon, nämlich in Tettau und Schauberg, befinden sich bedeutende Unternehmen der fränkischen Porzellanherstellung. Eine der Fabriken schmückt sich mit dem Königlichen Privileg und ist die älteste Porzellanfabrik Bayerns. Werksverkauf zum "weißen Gold" ist hier wie da möglich.

Probieren macht süchtig
Nahezu unvermeidlich ist ein gewisser Kaufrausch, wenn man von den verführerischen Pralinen aus Lauenstein gekostet hat. Zwei Confiserien überbieten sich gegenseitig in der Kunst schokoladiger Genüsse. In Parlinenseminaren kann man zum Teil selbst Hand anlegen. Von schokoladigen Köstlichkeiten zum "blauen Gold": Im Technischen Denkmal der Schieferstadt Lehesten - wie auch im Schiefermuseum Ludwigsstadt - lässt sich bestens nachempfinden, mit welch hohem Aufwand der über 400 Millionen Jahre alte Schiefer abgebaut wurde. Wer möchte, kann unter kundiger Anleitung versuchen, selbst Schiefer zu spalten.

Fingerübungen für eine feine Spitze
Mehr filigrane Fingerfertigkeit benötigt man in Nordhalben. In der dortigen Klöppelschule lernt man, wie man die feine Spitze fertigt. Die Klöppel meisterlich zu führen, bedarf allerdings einiger Übung. Nicht weit entfernt ist Wurzbach, wo man im Technischen Denkmal "Heinrichshütte" die Geschichte des Eisengießens nacherleben kann. Zweimal im Monat findet dort ein eindrucksvolles Schaugießen statt. Das Museum für Gerberei und Stadtgeschichte in Hirschberg wiederum zeichnet die über 500-jährige Tradition der Lederherstellung der Stadt nach.

Weitere Informationen:
www.thueringer-wald.com
www.frankenwald-tourismus.de

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