An der Saale hellem Strande

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Rundwanderung zwischen Hirschberg und Rudolphstein
(10,5 km, 272 Hm)

 

Das Ortsbild der Kleinstadt Hirschberg an der Saale hat sich seit dem Fall des Eisernen Vorhangs wie in kaum einem anderen Ort entlang des Grünen Bandes gewandelt. Rund 500 Jahre lang war die Herstellung und Verarbeitung von Leder der Haupterwerbszweig.

Bei Hirschberg hätte der Kunsthistoriker und Dichter Franz Kugler seinen berühmten Vers "An der Saale hellem Strande stehen Burgen stolz und kühn" sicherlich nicht gedichtet, den er 1822 beim Anblick der Burgen Rudelsburg und Saaleck bei Kösen niederschrieb. Unterhalb des Hirschberger Schlosses war die Saale bis Anfang der 1990er durch die Abwässer der Lederfabrik stark verschmutzt.

Dies besserte sich bald nach der Stilllegung des Betriebes. Heute ist von der einstigen Umweltbelastung nichts mehr zu sehen. Mit der Verbesserung der Wasserqualität nahm bei der Flora und Fauna die Artenvielfalt zu. Somit beschreibt Kuglers Gedicht heute auch das Saaletal zwischen Hirschberg und Sparnberg, wenngleich hier nicht das helle Kalkgestein vorkommt, das in einigen Abschnitten in Nordthüringen und Sachsen-Anhalt typisch ist.

Wir starten unsere Rundwanderung am Parkplatz auf dem Gelände der einstigen Lederfabrik. In den zwei verbliebenen Verwaltungsgebäuden befindet sich heute das Orts- und Gerbereimuseum.


Schloss Hirschberg thront auf dem Felsmassiv hoch über der Stadt im Saaletal.
Nebelschwaden bei Sonnenaufgang über der Saale.

Über die Saalebrücke erreichen wir die fränkische Seite. Dort folgen wir den Zeichen des Saale-Radwegs nach rechts. Auf der Etappe nach Rudolphstein gelangt man an die östlichste Schiefergrube im Thüringisch-fränkischen Schiefergebirge. Eine große Halde zeugt vom früheren Abbau des "Blauen Goldes". Auf der Schieferhalde sonnen sich im Sommer Ringelnattern und andere Reptilien.

Südlich von Sachsenvorwerk überqueren wir auf einer Brücke die Autobahn A 9 Nürnberg - Berlin und gelangen in den Ortsteil Rudolphstein der Gemeinde Berg. Das Rudolphsteiner Schloss ist aus einer der zahlreichen Grenzburgen entlang der Saale hervorgegangen. Obwohl das Schloss mehrfach erweitert und umgebaut wurde, spürt man bei dessen Anblick den Hauch des Spätmittelalters.

Die Schlösser in Hirschberg und Rudolphstein sind bewohnt und können nicht im Rahmen von regelmäßigen Führungen besichtigt werden. Beim Gasthaus "Vogel" verzweigt sich der Saale-Radweg. Wir folgen rechts dem Abzweig nach Sparnberg.

Die wiederaufgebaute Saalebrücke haben die Bürger der beiden Nachbarorte am 17. September 1993 mit einem Brückenfest eingeweiht, das seitdem alljährlich gefeiert wird.
Auf einer Anhöhe in Sparnberg stand einst eine weitere Grenzburg. Heute prägt die renovierte Kirche St. Simon und Judas Thaddäus zu Sparnberg das Ortsbild.

In der Ortsmitte folgen wir den roten Dreiecken des Saale-Orla-Wegs nach rechts. Er führt entlang des asphaltierten Wegs steil nach Norden auf die Anhöhe und von dort nach rechts auf den Kolonnenweg. Die ersten drei Kilometer dieses Betonplattenwegs östlich von Sparnberg verlaufen überwiegend am Hang oder auf dem Hochplateau, die beiden letzten Kilometer vor Hirschberg in der Nähe des Saaleufers. Zu den Besonderheiten der jeweiligen Lebensräume des Grünen Bandes entlang des Saaletals gilt das gleiche wie bei Tour 11.

Hirschberg erreichen wir am Ausgangspunkt der Wanderung beim Parkplatz an der Saalebrücke. Wer das Saaletal weiter erkunden möchte, kann den Markierungen des Joditzer Saaleschleifenweg "US 61" talaufwärts folgen. In einer zehn oder 17 Kilometer langen Rundwanderung erlebt man unter anderem das Naturschutzgebiet Hag am Steilhang östlich von Hirschberg. Der südöstlichste Wendepunkt dieser Rundwanderung befindet sich in Joditz, wo dem Dichter Jean Paul ein Museum gewidmet ist.

 

Bilder: © Frankenwald Tourismus / Regionalverbund Thüringer Wald / Ökologische Bildungsstätte Mitwitz / sonstige Partner