Grünes Band Europa: Schatzkammer der Artenvielfalt

Baumbrütende Störche an der March, Österreich/Slowakei

Am Grünen Band Europa reihen sich wertvollste Biotope vom arktischen Norden bis in den mediterranen Süden aneinander. Auf einer Reise entlang dieser Lebenslienie werden 23 Staaten durchquert und über 12.500 km zurückgelegt.
Im hohen Norden bewältigten Rentiere einen Teil des Weges, um von Russland nach Finnland einzuwandern, wo sie fast ausgerottet waren. In Karelien trifft man in uralten, lichtdurchfluteten Wäldern auf lebende und tote Baumriesen, die vor ca. 700 Jahren zu keimen begannen. Braunbären, Wölfe und Luchse, aber auch bedrohte Vögel wie Dreizehenspecht und Uhu leben hier. Im November 2006 stellte Russland den Kalewalski-Urwald direkt an der finnischen Grenze als Nationalpark unter permanenten Schutz. Er ist dreimal so groß wie der Nationalpark Bayerische Wald - und ein wesentlicher Teil des fennoskandischen Grünen Bandes.
Die March-Thaya-Auen zählen zu den bedeutendsten Feuchtgebieten Mitteleuropas. Sie bilden die "fließende Staatsgrenze" zwischen Österreich, dem tschechischen Südmähren und der Westslowakei. Für alle drei Länder sind die March-Thaya-Auen Schlüsselgebiete des Vogelschutzes mit einem enormen Artenreichtum. Neben den teilweise uralten Auwäldern und Überschwemmungswiesen finden sich Lebensräume wie Feucht- und Salzwiesen sowie Halbtrocken- und Sandrasen. Wildtiere wie Rothirsch und Luchs nutzen die Auen als wichtigen Wanderkorridor.
Zwischen Österreich, Slowenien, Ungarn und Kroatien fließen Drau und Mur noch frei zwischen Wiesen, Auwäldern und Weinbergen bis zur Donau. Fischotter, Seeadler und tausende Uferschwalben nutzen diese dynamische Flusslandschaft als Lebensraum. Mehr über die Naturschätze am Grünen Band Zentraleuropa erfahren Sie hier.


Strandja Gebirge am Schwarzen Meer, Bulgarien/Türkei

In der reizvollen Bojana-Buna Region im Grenzgebiet zwischen Montenegro und Albanien liegt eine weitere Schatzkammer der Natur. Salzseen, Lagunen und der größte See des Balkans ? der Skutari-See ? geben zahlreichen Vogelarten wie Säbelschnäbler und Krauskopfpelikan ein zu Hause.
Ohridsee, Großer und Kleiner Prespasee liegen im Grenzgebiet von Griechenland, Albanien und Mazedonien. Sie zählen heute zu den ökologisch wertvollsten Abschnitten des Grünen Bandes auf dem Balkan. Im Winter und während der Zugzeit nutzen riesige Scharen von Zugvögeln die Seen als Rastplatz. Die Umgebung der Seen und die Bergwiesen sind reich an endemischen Pflanzen. In den Wäldern leben Wölfe und Braunbären.
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