Wirler Spitze




Nördlich von Arendsee verläuft das Grüne Band kilometerlang auf trockenen, sandigen Böden. Im Zuge der Grenzsicherungsmaßnahmen wurden breite Schneisen in die monotonen Kiefernforste geschlagen, um eine optimale Übersicht des Grenzstreifens zu ermöglichen. Dadurch konnten sich hier wertvolle Heiden und Trockenrasen entwickeln, die vielen seltenen Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum bieten.
An der Wirler Spitze nördlich von Ziemendorf ist dies besonders eindrucksvoll zu erleben: hier sind noch Reste einer ehemaligen Binnendüne mit offenen Sandflächen erhalten. Der Boden ist übersät mit den Fangtrichtern des Ameisenlöwen und während der Sommermonate jagt der Ziegenmelker, eine seltene Nachtschwalbenart, am nächtlichen Himmel. Zwischen dem Heidekraut finden wärmeliebende Arten wie die Blauflüglige Ödlandschrecke oder die leuchtend rot gefärbte Harlekinspinne optimale Bedingungen vor.
Diese Lebensräume an der Wirler Spitze sind entlang eines 12 km langen Radrundweges, der in Ziemendorf beginnt, gut zu erleben. Dazu wurde der Mittelstreifen des ehemaligen Kolonnenweges abschnittsweise für Radfahrer befestigt.
Auf der niedersächsischen Seite weist ein Denkmal auf einen bei einem Fluchtversuch an der Wirler Spitze zu Tode gekommenen Flüchtling hin und erinnert so an das dunkle Kapitel der ehemaligen innerdeutschen Grenze.


