Tierwelt

Schwarzstorch (Foto: Archiv Bund Naturschutz)
Heidelerche (Foto: Archiv Bund Naturschutz)
Fadenmolch (Foto: Thomas Rebhan)
Rotbraunes Wiesenvögelchen (Foto: Stefan Beyer)
Kleine Moosjungfer (Foto: Kai Frobel)

Im Rahmen des E+E-Vorhabens wurde von 2007 bis 2008 eine Erfassung ausgewählter Tierarten (Fischotter, Vögel, Reptilien, Amphibien, Libellen, Tagfalter) im Grünen Band durchgeführt. Diese Bestandserfassungen bildeten eine gute Planungsgrundlage für Landschaftspflegemaßnahmen, sie dienten aber auch der Steuerung der geplanten touristischen Erschließung des Grünen Bandes. Besucher sollen attraktive Arten und Lebensräume bei naturkundlichen Führungen erleben können, ohne dabei störungsempfindliche Tierarten (z.B. Fischotter, Haselhuhn, Schwarzstorch, Kreuzotter) oder trittempfindliche Pflanzenarten zu beeinträchtigen.

Die ausgedehnten, ruhigen Waldflächen mit ihren Bergbächen und Waldteichen sind ein idealer Lebensraum für den Schwarzstorch. Der erste Brutnachweis des Schwarzstorchs in Thüringen in jüngerer Zeit gelang 1984 hier im Grünen Band des Modellgebiets. Der Uhu bevorzugt im Modellgebiet die alten Schiefer- und Diabassteinbrüche als Brutplätze. Es werden aber auch die natürlichen Felsen entlang der Saale genutzt. Die Heidelerche kommt bevorzugt in den Zwergstrauchheideflächen im Grünen Band und in größeren Waldlichtungen vor. Durch eine extensive Nutzung des Grünen Bandes und durch Pflegemaßnahmen konnten die schon seit 1990 bekannten Heidelerchen-Vorkommen erhalten werden. Die Bestände von wiesenbrütenden Vogelarten wie Braunkehlchen und Wiesenpieper sind im Grünen Band in den letzten Jahren stark zurückgegangen. Beide Arten kommen momentan nur noch an wenigen Stellen in der Nähe des Grünen Bandes vor. Durch Entbuschungsmaßnahmen wird aber derzeit versucht, diese Wiesenbrüter wieder zu fördern. Weit verbreitet im Grünen Band ist noch der Neuntöter. Zwei vogelkundliche Highlights, nämlich Auerhuhn und Birkhuhn, sind inzwischen leider weitgehend aus dem Modellgebiet verschwunden.

Schon seit 1996 gibt es im Modellgebiet Nachweise des Fischotters. In Oberfranken läuft derzeit das Projekt Otterfranken, um die Ausbreitung des Fischotters in Oberfranken zu fördern. Bei Reptilien und Amphibien sind insbesondere die relativ guten Bestände der Ringelnatter erwähnenswert. Schlingnatter und Kreuzotter sind dagegen seltener und manchmal noch in alten Steinbrüchen, an Felsen und in Heideflächen anzutreffen. Fadenmolch und Feuersalamander sind in manchen ungenutzten Teichen und in Quellbächen zu finden.

In den naturnahen Grenzbächen kann man öfters seltene Libellenarten wie die Blauflügel-Prachtlibelle und die Zweigestreifte Quelljungfer beobachten. Die moorigen Teiche sind Lebensraum der Kleinen Moosjungfer und der Torf-Mosaikjungfer.

Über bunte Bergwiesen fliegen häufig Tagfalterarten wie Baumweißling, Rotbraunes Wiesenvögelchen, Braunauge und an wenigen Stellen auch der seltene Violette Feuerfalter. Entlang von Fließgewässern kann man den Großen Schillerfalter entdecken.