Vom Loquitztal zur Märchenburg

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Rundwanderung zwischen Probstzella und Lauenstein
(12 km, 497 Hm)

 

Probstzella liegt malerisch in einem tiefen Talkessel des Schiefergebirges, in dem die Zopte in die Loquitz mündet. Die umliegenden Berge ragen teilweise mehr als 200 Meter in die Höhe.

Das "Haus des Volkes" prägt das Ortsbild von Probstzella. Das Gebäude mit Hotel und Gaststätte ist das größte Ensemble im Bauhaus-Stil in Thüringen. In dem dazugehörigen Park, den man über den Marktplatz erreicht, befindet sich die Naturpark-Infostelle "Fenster zum Grünen Band". Hier sieht man typische Pflanzen aus seltenen und gefährdeten Lebensräumen am Grünen Band. Info-Tafeln erläutern die Besonderheiten der Zwergstrauchheiden, Bergwiesen und Schieferhalden und zeigen Fotos einiger Tierarten, die dort jeweils heimisch sind. Im "Haus des Volkes" befindet sich in der untersten Etage die Ausstellung zum Grünen Band Deutschland, die unter anderem die ehemalige Grenzübergangsstelle dokumentiert (Öffnungszeiten: werktags 16:00 - 20:00 Uhr, sonn- und feiertags 14:00 - 20:00 Uhr).

Für unsere Rundwanderung verlassen wir das "Haus des Volkes" unten an der Bahnhofstraße, der wir nach rechts folgen.Vor dem Marktplatz gehen wir links in die Mühlgasse. Hinter der Bahnunterführung halten wir uns links und folgen den Bergbau-Zeichen des "Schieferpfads", der auf dem Kolonnenweg steil nach oben führt. Während der Wanderung lohnt sich ab und zu ein Blick zurück auf das idyllisch im Tal gelegene Probstzella.

900 Meter nach Verlassen des Kolonnenwegs besteht eine Abkürzungsmöglichkeit: Wer am Ende des schmalen Waldpfades den breiten Forstweg überquert und den Wegweisern nach Lauenstein folgt, verkürzt die Rundwanderung um 3,5 Kilometer. Um zur Thüringer Warte zu gelangen, folgt man den Markierungen des Schieferpfades und des Wetzsteinmacher-Wegs "R44" nach rechts entlang des breiten Forstweges.

Das Grüne Band erstreckt sich nördlich von Lauenstein entlang eines kleinteiligen Mosaiks aus extensiv genutzten Wiesen, Altgrasfluren, Äckern und Fichtenwäldern sowie einigen kleinflächigen Borstgrasrasen, Nasswiesen und Flachmooren.

Am Nordhang des Ratzenbergs zerstörte der Orkan "Kyrill" im Januar 2007 den gesamten Fichtenbestand. Seitdem haben Wanderer hier freie Sicht auf das Tal der Zopte und können die natürliche Sukzession beobachten. Einen noch besseren Ausblick nach allen Seiten bietet die Thüringer Warte (siehe Tour 4).

Bei der Gedenktafel zum "Köchinnengrab" besteht die Möglichkeit, die Wanderung in Richtung Gräfenthal zu verlängern, um von dort mit einem Linienbus nach Probstzella zurückzufahren (nur werktags Linienbusverkehr). Dazu folgt man den Bergbau-Zeichen entlang des Kolonnenwegs und lernt dabei einen Abschnitt des Grünen Bandes im Bereich von Zwergstrauchheiden kennen (siehe Tour 4).


Dukatenfalter und Dickkopffalter
Sagenumwoben und überaus romantisch: die im 12. Jahundert gegründete und im 16. Jahundert erweiterte Burg Lauenstein.

Für die Rundwanderung zurück nach Probstzella folgt man am "Köchinnengrab" dem "R 44" nach links in die Lauensteiner Rodungsinsel. An den trockenen, wenig gedüngten Standorten in Hangbereichen befinden sich Bärwurz-Wiesen, die in Bayern fast nur noch im Landkreis Kronach vorkommen. Neben der namensgebenden Bärwurz wachsen hier weitere seltene Pflanzenarten, wie Rotschwingel, Rotes Straußgras, Perücken-Flockenblume, Zierliches Labkraut und Berg-Platterbse. Für seltene und gefährdete Tagfalterarten wie Dukatenfalter, Großer Perlmuttfalter, Rostbraunes Wiesenvögelchen, Schwalbenschwanz und Wachtelweizen-Scheckenfalter sind die blütenreichen Extensivwiesen ein wertvoller Lebensraum.

An besonders nährstoffarmen Standorten haben sich kleinflächige Borstgrasrasen und Silikatmagerrasen ausgebildet. Neben dem charakteristischen Borstgras wachsen dort Pechnelke, Heidenelke und Berg-Sandglöckchen.

Die eindrucksvolle Burg Lauenstein erscheint in der romantischen Berg- und Tallandschaft wie in einem Märchenfilm. Wir folgen dem "R44" nach LAuenstein und gehen dort rechts neben dem Großparkplatz und zugleich links neben der Burg auf der schmalen Straße weiter. Durch eine Lücke in der Leitplanke gelangt man auf den Fischbachmühlenweg "R43", der zur gleichnamigen Mühle führt.

Wir überqueren die B 85 und die Bahnstrecke und halten uns danach links. Nach der Villa "Falkenstein", im Bereich einer Rechtskurve der Asphaltstraße, erreichen wir einen Forstweg, auf dem der Schieferpfad verläuft. Diesem folgen wir zum Grenzturm. "Täter - Opfer - Mitläufer" lautet der Titel der sehenswerten Dauerausstellung in diesem Turm. Der Schieferpfad führt schließlich zurück zum "Haus des Volkes".

 

Bilder: © Frankenwald Tourismus / Regionalverbund Thüringer Wald / Ökologische Bildungsstätte Mitwitz / sonstige Partner