Grünes Band Deutschland - Vielfalt am laufenden Band


Auch wegen seiner vorherrschenden Farbe wird es das "Grüne Band" genannt. Es zeigt aber fast alle natürlichen Farben: viele Schattierungen von grün, braun und blau mit bunten Flecken, die durch Blüten hervorgerufen werden. Aber nicht nur deshalb wurde das Grüne Band durch Deutschland im November 2005 als "Nationales Naturerbe" anerkannt und 2007 als Leuchtturmprojekt in die "Nationale Strategie zur Erhaltung der biologischen Vielfalt" der Bundesregierung aufgenommen. Dass es umfangreichen Schutz verdient, bestätigte eindrucksvoll eine in 2001/2002 durchgeführte Kartierung. Das Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben "Bestandsaufnahme Grünes Band" wurde vom BUND mit seinem Projektbüro Grünes Band durchgeführt und vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) gefördert. Die Ergebnisse dieser "längsten" Bestandsaufnahme des deutschen Naturschutzes untermauern den hohen ökologischen Wert des 1.393 km langen und 177 km² großen Biotopverbundes:
- 109 verschiedene Biotoptypen
- 48% gefährdete Biotoptypen nach der Roten Liste Deutschlands
- 28% Naturschutzgebiete
- 38% Flora-Fauna-Habitatgebiete
- 60% Fließ-/Standgewässer, extensives Grünland, Brachflächen und Wälder
- 85% der Fläche und 80% der Länge sind noch naturnah
Jedoch ist das Grüne Band immer noch gefährdet. Rund 15% der Fläche sind bereits durch Acker- und intensive Grünlandnutzung sowie durch den Bau von Straßen (Autobahnen) und Gewerbegebieten zerstört. Es liegt an uns allen, dass die einzigartige Lebenslinie nicht weiter zerstückelt wird.

Mehr als 600 Tier- und Pflanzenarten der Roten Liste Deutschlands sind bislang im Grünen Band entdeckt worden. Es ist häufig der einzige Rückzugsraum für Arten, die auf ungestörte oder extensiv bewirtschaftete Bereiche, wie Brachen, Altgrasfluren, Grünland, naturnahe Gewässer und Wälder, angewiesen sind. Wanstschrecke, Braunkehlchen, Neuntöter, Eisvogel, Schwarzstorch oder Fischotter, Türkenbundlilie, Küchenschelle oder Trollblume sind nur eine kleine Auswahl an Raritäten im Grünen Band.
Während des "GEO-Tags der Artenvielfalt" am Grünen Band im Juni 2003, der vom BUND in Zusammenarbeit mit dem Magazin GEO organisiert wurde, kartierten 500 Experten in 24 Stunden mehr als 5200 verschiedene Tiere und Pflanzen im Grünen Band. Auch Arten, die bereits als ausgestorben galten, wie die Schwalbenwurz in Mecklenburg-Vorpommern, wurden wieder entdeckt.
Mehr über die Naturschönheiten in den Regionen Elbe-Altmark-Wendland, im Harz oder im Thüringer Wald/Schiefergebirge/ Frankenwald erfahren Sie hier. Welche Blütenpracht Sie in anderen Gebieten des Grünen Bandes erwartet, lesen sie hier.
