Der Harz im Brennpunkt der Geschichte

Vor 1000 Jahren war der Harz eine Bühne der Weltgeschichte. Erze und Silber aus dem Bergbau machten Städte wie Goslar und Quedlinburg reich. Deren gut erhaltene mittelalterliche Stadtbilder zählen heute zum UNESCO-Welterbe. Eine Reise durch den Kultur-Harz ist eine gleichermaßen spannende wie vergnügliche Zeitreise durch vergangene Jahrhunderte.

Aber nicht nur vergangenge Jahrhunderte, auch die jüngere deutsche Geschichte spiegelt sich an vielen Stellen im Harz wider.
Der Nationalsozialismus und die auf den Zweiten Weltkrieg folgende Teilung Deutschlands prägten die Geschichte des nördlichsten Deutschen Mittelgebirges im 20. Jahrhundert. Im Konzentrationslager Mittelbau-Dora bei Nordhausen, im Sommer 1943 als letztes KZ der Nationalsozialisten gegründet, mussten Häftlinge in den unterirdischen Produktionsstätten V2-Raketen zusammensetzen. Heute ist das ehemalige Lager die wichtigste Mahn- und Gedenkstätte zur nationalsozialistischen Herrschaft in der Region.

Der sich nach Kriegsende schließende Eiserne Vorhang und der "Kalte Krieg" waren für den Harz besonders prägend. Über vier Jahrzehnte waren das Mittelgebirge und sein Vorland unüberwindbar geteilt. Ost und West standen sich links und rechts des Metallgitterrzauns, der den Harz buchstäblich zerschnitt, unversöhnlich gegenüber. Der Brocken bildete ein weithin sichtbares Symbol der deutschen Teilung - zum Greifen nah und dennoch unerreichbar für die Menschen beider Seiten.

An vielen Stellen in der Region trifft man noch auf Relikte aus dieser Zeit. Das Brockenhaus auf der Brockenkuppe - die wegen der auffälligen Kuppel sogenannte Moschee, war früher ein Horchposten der Stasi. Im Freiland Grenzmuseum Sorge sind noch ein originaler Beobachtungsturm der DDR-Grenztruppen sowie Teile der Zaun- und Sicherungsanlagen erhalten. Im Grenzlandmuseum Tettenborn findet man viele orginale Exponate wie z.B. Dokumente der Staatssicherheit oder ein Heißluftballon, der für einen Fluchtversuch genutzt wurde. Auch am ehemaligen Grenzübergang für den kleinen Grenzverkehr in Teistungen, zwischen Duderstadt und Worbis, sind im Grenzlandmuseum Eichsfeld eindrucksvolle Exponate und Anlagen der innerdeutschen Grenzgeschichte erfahrbar.

Was einst Eiserner Vorhang war, ist heute zum Grünen Band geworden. Der Harzer Grenzweg durchquert das Gebirge von Nord nach Süd. Auf einer Wanderung entlang des früheren Grenzstreifens verbinden sich Geschichte, Natur und Kultur des Harzes.

2009, im 20. Jübiläumsjahr der Grenzöffnung, finden in der Region eine Vielzahl geführter Wanderungen, Vorträge und andere Veranstaltungen statt. Bei denen man sich über das Leben auf beiden Seiten der innerdeutschen Grenze informieren kann. Die genauen Termine finden Sie unter www.gruenes-band-harz.de.