Vielfalt zum Verlieben

Das Obereichsfeld besteht in weiten Teilen aus einer überaus abwechslungsreichen, teils schroffen, teils idyllischen Mittelgebirgslandschaft mit Muschelkalk- und Buntsandsteinformationen
Als im Norden des Eichsfeldes vor 2.500 Jahren ein unterirdischen Hohlraum einbrach, entstand der Seeburger See. Heute fangen Angler hier Hecht, Forelle und Aal. Im Sommer wird gebadet
Das Naturparkzentrum in Fürstenhagen ist in einem alten Wasserturm untergebracht
Naturliebhaber schätzen das Eichsfeld als eine der schönsten Wandergebiete in Deutschland. Dennoch ist die Region noch immer ein Geheimtipp
Als Heinz Sielmann 1988 den Film "Tiere im Schatten der Grenze" bei Duderstadt drehte, wusste er noch nicht, dass seine Stiftung ihr Zentrum einmal ganz in der Nähe haben würde. Die Vision eines Grünen Bandes entlang der Grenze aber hatte er damals schon
Noch heute ist die Schäferei für das Landschaftsbild im Eichsfeld prägend - besonders auf dem Grünen Band
Rund 3000 Liter Wasser strömen in jeder Sekunde aus der Rhumequelle. Sie ist eine der ergiebigsten Karstquellen in Mitteleuropa

Von der Eibe bis zu einer der größten Karstquellen Europas: Das Eichsfeld bietet unzählige Möglichkeiten, die Natur zu entdecken.

Mit etwa 1.200 Quadratkilometern ist das Eichsfeld etwa so groß wie die größte deutsche Insel Rügen. Die Region in der geographischen Mitte Deutschlands ist landschaftliches Übergangsgebiet zwischen Harz, Hainich und Solling.

Ein Markenzeichen des Eichsfeldes sind die bunten Streuobstwiesen. Auf Mähwiesen und Viehweiden wachsen hochstämmige Obstbäume unterschiedlicher Arten und Sorten, die im Frühling herrlich duften und im Herbst eine reife Ernte tragen. Diese Streuobstwiesen sind wichtige Lebensräume für Vögel und Insekten.

Im Norden des Eichsfeldes erstreckt sich mit der "goldenen Mark"eine fruchtbare und flachwellige Beckenlandschaft, das Untereichsfeld. Eingebettet in sanft gerundete Hügel liegt hier mit dem Seeburger See die größte natürliche Wasserfläche der Region. Sie ist ein besonderes Refugium für Tiere der Luft und des Wassers. Der See steht seit 1973 unter Naturschutz. Rund 100 Brutvogelarten leben hier, eine gleiche Zahl an Gast- und Zugvögeln besucht das Gebiet regelmäßig. Im Wasser tummeln sich Aale und Hechte, Zander und Karpfen, Weißfische und Forellen.

Nicht weit vom See entfernt liegt eine der ergiebigsten Karstquellen in Mitteleuropa: Die Rhumequelle. Rund 3.000 Liter Wasser strömen in jeder Sekunde aus ihrem Quelltopf.  

Gleich 22 bedrohte Haus- und Nutztierrassen leben im Heinz Sielmann Natur-Erlebniszentrum Gut Herbigshagen nahe des für sein Fachwerk bekannten Duderstadt. Hier sind ein Bauerngarten, ein Bienenhaus und eine Insekten-Nistwand sowie einem Damwild-Gehege zu bestaunen. Das Naturschutzgroßprojekt "Grünes Band Eichsfeld-Werratal" geht übrigens auf eine Initiative von Heinz Sielmann zurück. An der ehemaligen innerdeutschen Grenze ganz in der Nähe des Zentrums wurden 56 vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten entdeckt. 

Etwas weiter südlich wartet der Alternative Bärenpark in Worbis auf Besucher. Der Park ist genau genommen ein großes Tierschutzprojekt, welches Bären aus tierquälerischer Haltung ein neues Zuhause gibt. Auf einer vier Hektar großen Freianlage lernen sie, ihre natürlichen Instinkte wieder zu entdecken. Ein Wolfsrudel hilft dabei als "Therapeutenteam". 

Die natürliche Grenze zwischen dem nördlichen Untereichsfeld und dem südlichen Obereichsfeld bildet ein Steilabfall. Das Obereichsfeld besteht in weiten Teilen aus einer überaus abwechslungsreichen, teils schroffen, teils idyllischen Mittelgebirgslandschaft mit Muschelkalk- und Buntsandsteinformationen.

Ob im Ohmgebirge, im Dün oder im Westerwald: Wanderer und Naturliebhaber kommen voll auf ihre Kosten. Den mit 543 Metern höchsten Punkt der Gegend erreichen sie in der Gobert. Ebenso beeindruckend sind die Eichsfeldische Schweiz mit der Dieteröder Höhe, dem Rosoppe- und dem Rodetal.

Im südwestlichen Eichsfeld erstreckt sich der Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal. Informationen über seine unterschiedlichen Lebensräume hält das in einem ehemaligen Wasserturm untergebrachte Informationszentrum in Fürstenhagen bereit. Von dort aus führt ein Eibenlehrpfad durch einen der größten Eibenbestände Europas. Folgt man dem Zeichen der Silberdistel auf dem Naturlehrpfad der Dieteröder Klippen, durchwandert man trockene Kalkmagerrasen und duftende Wacholderheiden.

Für Naturliebhaber sicher ein Höhepunkt ist der Naturparkweg "Leine-Werra". Die vom Deutschen Wanderverband als Qualitätsweg ausgezeichnete Strecke führt 98 Kilometer weit von Heiligenstadt nach Creuzburg. Hier wechseln sich anspruchsvolle Anstiege mit sanften Talabschnitten ab. Zu erleben ist eine fast unberührte Natur, zu der wilde Felsabbrüche ebenso gehören wie unberührte Flusslandschaften. Herrliche Aussichten und Wanderhütten runden das Naturerlebnis ab. Dazu kommen mittelalterliche Burgen und kunstvoll verzierte Wallfahrtskapellen, welche den Wanderern einen Einblick geben in die Traditionen und Kultur der Region. In den Gasthöfen warten regionale Köstlichkeiten darauf, verzehrt zu werden.

Weitere Informationen: www.eichsfeld.de